The Dark Unknown

Stories …

Tja, ich glaube ja nicht das irgend jemand auf den Quatsch gewartet hat den ich hier schreibe aber trotzdem, ich bin nach einem langen Frankreich Aufenthalt und Umzug einmal um die Welt, inklusive Umzug meines Blogs, wieder da und werde auch bald meine Geschichten weiterspinnen.

Eigentlich brauche ich nur die Details einzubauen denn ich weiss natürlich schon wo die Reise hingehen soll 😉

Falls sich doch mal jemand auf meine Seiten verirrt wünsche ich auf jeden Fall viel Spass beim Lesen!

tDU

Gegen morgen wurde es so kalt das Amakuni aufwachte. Das erste Licht des Tages entliess die Umgebung des Tales langsam aus der Dunkelheit der Nacht aber es würden noch Stunden vergehen bis die Sonne das Tal erreichen und erwärmen würde. Langsam schälte er sich aus seinem Schlafsack um das Feuer wieder in Gang zu bringen. Doch dann erstarrte er denn der Schlafsack seines Gefährten war leer.

Er sah sich um, konnte in der Dämmerung aber nicht weit in das Strauchwerk sehen das ihre Lagerstelle umgab. Vielleicht war Mimi nur kurz ins Gebüsch verschwunden. Er schnappte sich einige der Zweige die sie am Vorabend gesammelt hatten. Vor der Feuerstelle sah er dann das alles Gras niedergetrampelt war als wenn ein Kampf stattgefunden hatte. Jetzt rief er doch laut nach Mimi und bekam dafür einige genervte Blicke ihrer Ochsen die von seinem Rufen geweckt worden waren. Ansonsten rührte sich nichts.

Verdammt hatte er denn so tief geschlafen das er nicht einmal mitbekommen hatte wie sein Freund entführt wurde? Gedankenverloren fuhr er sich mit der Hand über sein Gesicht. Unter seiner Nase war es etwas feucht. Er lutschte an seinem Finger spuckte aber sofort wieder aus als er merkte das ihm augenblicklich schwindelig wurde. Er musste sich einen Moment hinsetzen um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Das erklärte natürlich Vieles und doch wiederum auch nicht. Er war anscheinden betäubt worden und dann war Mimi entführt worden. Den Spuren nach hatte er sich gewehrt. Hoffentlich war er nicht verletzt worden. Hier oben in den Bergen konnte auch geringe Verletzung bereits fatale Folgen haben da es hier niemanden gab der sich in Heilkunde auskannte.

Was sollte er jetzt tun? Das musste genau überdacht werden. Zuerst entfachte Amakuni mal das Feuer und setzte Wasser für einen Tee auf. Dann frühstückte er etwas von dem in gesäuertem Reis frisch gehaltenen Fisch und trank dazu eine Schale warmen Tees.

Er war jetzt alleine und Mimi war in Schwierigkeiten. Die ganze Ausrüstung, der Karren und die Ochsen schienen hier bei ihm zu sein. Seine Schlussfolgerung war das der Schwarze Drache ihn wohl nur als lästig empfand während er in Mimi wirklich eine Gefahr sah. Das war natürlich nicht unbedingt sehr Schmeichelhaft. Zudem war er jetzt wo er allein war durch die Ausrüstung doppelt behindert. Als wolle ihr Gegner ihm zu verstehen geben das er am Besten seine Sachen packen und aus dem Gebirge verschwinden solle. In diesem Punkt hatte er sich allerdings in Amakuni verrechnet. Zum Einen hatte Amakuni noch nie einen Freund im Stich gelassen und wollte jetzt auch nicht damit anfangen, zum Anderen war er ziehmlich stur und wenn er bisher auch nur wegen Mimi bei diesem Kreuzzug mitgemacht hatte, wenn sich jemand unbedingt mit ihm anlegen wollte dann würde er Amakuni kennenlernen.

Zuerst einmal baute sich Amakuni aus einigen Ästen ein Tragegestell auf das er seine notwendigsten Werkzeuge wie zum Beispiel seine grosse Zange, einen kleinen Amboss, etwas Proviant und seinen Schlafsack befestigte. Seinen grossen Hammer wollte er lieber in der Hand tragen. Den Karren schob er gut abgedeckt ins Gebüsch. Nachdem er seinen Ochsen die vorderen Hufe zusammengebunden hatte damit sie nicht zu weit wegliefen machte er sich an die Verfolgung in die Berge, das Tragegestell auf dem Rücken und seinen Hammer in beiden Händen.

Zuerst dachte er das er eventuell Schwierigkeiten haben würde der Spur in die Berge zu folgen, er war schliesslich kein Jäger aber sein Gegner hatte sich keine Mühe gemacht die Spuren zu verwischen. Das war eventuell auch auf die Bemühungen von Mimi zurückzuführen wieder frei zu kommen.

Am zweiten Tag war er schon so hoch in den Bergen das er von Glück sagen konnte den Karren und die Ochsen zurück gelassen zu haben. Er musste bereits klettern wie eine Bergziegen um die steilen Hänge zu erklimmen. Von einem Weg war die meiste Zeit kaum noch etwas zu sehen. Nur der Umstand das die immer enger werdenden Täler keine weiteren Ausgänge hatten gab Amakuni die Gewissheit noch auf der richtigen Fährte zu sein. Nur selten konnte er dem felsigen Boden ansehen das vor ihm jemand hier gegangen war.

Inzwischen taten ihm alle Knochen im Leib weh und er überlegte immer wieder ob er den Rest der Ausrüstung nicht auch zurücklassen sollte. Einzig die Worte des Orakels das er in dem Feuer der Berge ein Schwert zu schmieden hatte um alles Unglück von der Welt abzuhalten trieben ihn mit dem Gewicht auf dem Rücken weiter. Allerdings zweifelte er an seinem Verstand. Was war das für eine Rettungsaktion mit einem Amboss auf dem Rücken auch wenn er den kleinsten ausgewählt hatte den er besass und einem Schiedehammer in der Hand.

Am dritten Tag stand er auf dem Grat eines Abgrunds der sich zwischen ihm und dem Hotake-dake auftat. Er war sich sicher das er diesen Abgrund überqueren musste aber wie war der Schwarze Drache zusammen mit Mimi auf die anderen Seite gekommen? Waren sie geflogen? Amakuni war nach all der harten Arbeit in der Schmiede mit Sicherheit kein Schwächling aber er fühlte sich am Ende seiner Kräfte. Er liess sein Ausrüstung zurück und machte sich auf die Suche nach einer Abstiegsmöglichkeit. Eine ganze Strecke abwärts fand er eine Möglichkeit hinunter zu klettern. Jetzt musste auch sein geliebter Schmiedehammer auf die Trage gebunden werden denn er brauchte beide Hände wenn er nicht den schnellsten Weg in den Abgrund nehmen wollte. Amakuni weigerte sich strikt aufzugeben auch wenn er mehrfach beinahe den Halt verlor. Die gegenüberliegende Seite des Abgunds liess sich etwas leichter erklettern. Zum Glück denn oben angekommen versagten Amakuni dann doch die Kräfte und er musste sich erst einmal eine ganze Zeit lang ausruhen bis er wieder aufstehen konnte.

Er ging eine Weile an der Kante des Abgrundes entlang auf der Suche nach Spuren und wurde fündig. Die Spur die er fand behagte ihm allerdings gar nicht. An einer Stelle neben dem Abgrund waren auf einem Felsen Bluttropfen zu sehen. Es sah allerdings weniger wie ein Schnitt in einem Finger aus sondern eher nach einer wirklichen Wunde. Einge vereinzelte Tropfen wiesen ihm die Richtung. Was war mit Mimi passiert? Auf den Gedanken das es sich um das Blut des Schwarzen Drachen handeln könnte kam Amakuni gar nicht erst. Sie waren ihrem Gegner bei Weitem nicht gewachsen und nur Verzweifelung und Angst um seinen Freund trieben Amakuni weiter.

Am Abend kampte Amakuni unter einem Überhang neben einer Spalte in einer steilen Wand die vielleicht zehn oder zwenzig Meter tief in den Felsen zu gehen schien. So genau konnte er das in der hereinbrechenden Dunkelheit nicht sehen. Er war froh über den Überhang der ihn vor dem Schneefall schützte der vor einer Stunde eingesetzt hatte. Zwar konnte er sich jetzt mit dem Schnee den Schweiss vom Körper reiben allerdings hatte er auch jeglichen Verdacht einer Spur von Mimi und dem Schwarzen Drachen verloren. Frustriert, frierend und total erschöpft sass er in seinem Schlafsack auf dem nackten Fels und ass die Reste seiner Verpflegung.

Plötzlich landete eine kleine Schwarze Krähe neben Amakuni unter dem Überhang und beäugte ihn neugierig und scheinbar ohne Angst. Amakuni formte aus den letzten Körnern seines Reis eine kleine Kugel und legte sie vor die Krähe, froh nicht mehr allein zu sein. Die Krähe schaute ihn eine Weile an und fing dann an den Reis aufzupicken. Als das letzte Korn im schwarzen Schnabel verschwunden war warf sie Amakuni noch einen letzten Blick zu und flog in die Dunkelheit des Spaltes neben dem Überhang.

Nachdem der Vogel eine Weile verschwunden war und nicht wieder aus dem Spalt zurück kam wurde in Amakuni die Neugier wach. Er schälte sich aus seinem Schlafsack, nahm seinen Hammer in die Rechte Hand und tastete sich vorsichtig in den Spalt. Nach zehn Metern fing der Spalt an im Zick-Zack zu verlaufen und nach der zweiten Felsnase schien es Amakuni als ob die Schwärze langsam zurückwich. Er konnte sehen das es heller wurde je weiter er sich vortastete. Schon konnte er den Stein der Felswand mit den Augen erkennen und war nicht mehr allein auf seine Hände angewiesen.

Der Spalt weitete sich langsam zu einer Höhle die in ein rötliches Licht getaucht war. Auch war es in der Höhle wesentlich wärmer als draussen worüber Amakuni sehr froh war. Je weiter er ging desto heller und wärmer wurde es. Er bog um eine Ecke und stand plötzlich auf einer grossen Plattform die sich auf halber Höhe an der Wand einer riesigen Höhle befand. Am Ende der Plattform ging die Wand in einen Lavastrom über der sich aus einiger Höhe an der gegenüberliegenden Wand hinunter in den Strom von Lava ergoss der tief unter der Plattform durch die Höhle floss. In der Mitte der Plattform, neben einigen Kisten und unbekannten Gerätschaften lag der gefesselte Mimi, anscheinend bewusstlos. Ein grosser roter Fleck auf seinem rechten Ärmel wies auf die Verwundung die Amakuni erwartet hatte. Ansonsten war niemand zu sehen. Hier konnte sich auch niemand verstecken. Ausser einigen Felsnadeln die entweder von der Decke hingen oder aus dem Boden zu wachsen schienen gab es keinerlei Verstecke auf der Plattform.

Er eilte zu Mimi um ihn zu wecken was ihm aber nicht gelang. Als er sich zu Mimi hinunter beugte hörte er plötzlich ein tiefes Lachen hinter sich. Trotz seiner Müdigkeit schoss er wie angestochen wieder in die Höhe und hielt seinen Hammer kampfbereit in beiden Händen. Was er sah jagte ihm trotz der Hitze in der Höhle Eiswasser durch die Adern. Neben der herunterfliessenden Lava stand der Schwarze Drache. Ein Anblick wie aus einem Albtraum. Die gespentische schwarz-rote Haut schimmerte in dem rötlichen Licht als wäre ein Dämon direkt aus der Lava gestiegen und wer weiss wie weit diese Vorstellung von der Realität entfernt war.

“Na mein Kleiner, eilst Du Deinem Freund zur Hilfe? Ich hatte eigentlich gehofft das Du die Sinnlosigkeit Deines Unterfangen einsehen und umkehren würdest. Auch bin ich etwas überrascht das Du meinen Unterschlupf hier gefunden hast. Hättest Du nicht wenigstens den Anstand haben und in dem Schneesturm draussen erfrieren können?”

Amakuni griff mit einem Grollen in der Kehle an aber der Schwarze Drache wich dem mit Wucht geschwungenen Hammer mit einer Geschwindigkeit aus die klar machte das er mit Amakuni bisher nur spielte. Wieder und wieder schwang Amakuni seinen Hammer gegen den Drachen und wieder und wieder bekam er nur Lachen als Anwort. Sein Gegner war wesentlich schneller und Amakuni gingen schon ziehmlich schnell die Kräfte aus nach diesem brutalen Aufstieg in die Berge. Manchmal hieb der Drache in einer Drehbewegung mit seinem Schwanz nach Amakuni und schlitzte Kleidung und Haut auf.

Langsam schien sich auch Mimi wieder zu bewegen. Wenn es Amakuni doch nur gelingen würde dessen Fesseln zu lösen. Zu Zweit hätten sie vielleicht noch eine Chance. Irgendwann war klar das das Spiel nicht mehr lange dauern würde. Amakuni war verzweifelt, machte einen letzten Ausfall und warf dann seinen Hammer mit aller Kraft die er noch hatte gegen den Drachen. Gerade als dieser nach hinten auswich trat der liegende Mimi ihm von hinten in das Standbein und brachte ihn zu Fall. Ein Krachen, das sogar das andauernte Zischen und Blubbern der Lava übertönte, hallte durch die Höhle als der Kopf des Schwarzen Drachen genau auf eine stehende Felsnase traf. Mit einem Seufzer entwich dem Drachen die Luft, dann blieb er reglos liegen.

Amakuni eilte zu Mimi und befreite diesen von seinen Fesseln. “Was hast Du denn mit Deinem Arm gemacht?” fragte er. “Ich wusste einfach nicht wie ich Dir mitteilen sollte wo ich bin und da ohnehin schon alles verloren schien habe ich so getan als wollte ich mich in den Abgrund stürzen. Der Schwarze Drache hat mich mit seinem Schwanz gefangen und dabei hat die Spitze des Schwanzes mir den Arm zerschnitten. Wie Du siehst hat sich der kleine Aderlass gelohnt. Lass uns mal in den Kisten nachschaun ob wir etwas zum verbinden finden.”

“Glaubst Du das der Drache tot ist?” fragte Amakuni. “Wohl kaum. Ansonsten hätte ich nicht die ganzen Zauberformeln auswendig lernen müssen um ihn für immer zu bannen. Mein Meister und das Orakel meinten das wir den Drachen in jedem Falle bannen müssen, egal was passiert.”

In den Kisten fanden sie seltsame Gerätschaften aus Materialien die weder Metall noch Stein noch Holz oder sonst etwas waren das sie kannten. Aber auch Nahrung und eine ganze Kiste voll Kräuter und Mineralien waren vorhanden. Ein Blick in eine längliche Kiste liess Amakuni erstarren. Dort lag, eingebettet in Samt und Seide, ein Schwert. Aber eines wie es selbst der Schmied Amakuni noch nie gesehen hatte. Entgegen den Schwertern die Amakuni bisher gefertigt hatte war die Klinge leicht gekrümmt und nur auf einer Seite geschärft. Die Klinge schien aus mehreren unterschiedlichen Metallen gefaltet worden zu sein und der lange Griff lies sich bequem mit beiden Händen fassen. Aber auch mit nur einer Hand geführt hatte das Schwert einen hervorragend ausbalancierten Schwerpunkt. Amakuni war dermassen in die Betrachtung des fremden Schwertes versunken das Mimi ihn rütteln musste um ihn in die Gegenwart zurück zu holen.

“Wir müssen uns daran machen den Dämon zu bannen. Wenn er wieder zu sich kommen sollte ist es für uns vielleicht zu spät. Ich habe alles vorbereitet und kann anfangen. Während dessen musst Du ein spezielles Schwert schmieden mit dem der Dämon getötet werden kann. Die Materialien sollten nach Möglichkeit hier aus dem Berg kommen aus dem auch der Dämon kommt, damit sie stärker wirken oder so ähnlich. Meinte mein Meister zumindest. Du hast nicht viel Zeit also reiss Dich bitte von dem fremden Schwert los und schmiede Dein eigenes! Wenn Du fertig bis müssen folgende Zeichen in die Klinge graviert werden.” Mimi zeichnete eine Reihe von Zeichen auf einen glatten Stein den er Amakuni übergab. Dieser machte ich sofort daran mit den mitgebrachten Materialien und dem was er in der Höhle fand einen Rennofen herzustellen. Dann begann er aus dem reichlich vorhandenen Erz das Metall für das Schwert herauszuschmelzen. Hitze war hier mehr als reichlich vorhanden. Öl und Wasser fand er zum Glück zwischen den Vorräten des Schwarzen Drachen. Er holte seine Werkzeuge in die Höhle und begann unter dem Eindruck des fremden Schwertes sein erstes eigenes Katana zu schmieden.

Erhitzt in der herunterfliessenden Lava, gehärtet in Wasser und Öl und langsam entspannt im Sand der Höhle hatte Amakuni nach fast zwei Tagen die Klinge des Schwertes fertig. Sie gab einen unheimlichen Klang von Reinheit und Stärke von sich wenn er sie anschlug. In Ermangelung entsprechender Materialien für die Tsuka wickelte er so stramm er konnte in Streifen geschnittenen, rauhen Stoff um das Griffstück. Als er soweit mit seinen Vorbereitungen fertig war taufte er das Schwert “kleine Krähe, Kogaratsu maru” im Gedenken an die Krähe die ihn zu der Höhle geführt hatte und dann verschwunden war. Er versprach dem Schwert es zu Ende zu arbeiten sobald er die Materialien dazu hatte aber jetzt müsse es erst einmal seinen Dienst tun.

“Wie soll das Ganze nun funktionieren Mimi?” fragte er seinen Freund der ohne Unterlass Zeichen um den liegenden Körper des Drachen gemalt, Tinkturen und Salben gefertigt und den Körper des Drachen damit eingestrichen hatte. “Also jetzt muss ich noch einige Zauberformeln über dem Schwert und dem Körper des Drachen rezitieren und bestimmte Bewegungen dazu ausführen und zum Schluss must Du dem Drachen den Kopf abschlagen und ihm danach das Schwert durch das Herz stossen. Der Dämon der in seinem Körper lebt sollte danach auf Ewig in der Klinge des Schwertes gefangen sein. – Soweit zur Theorie. Ob das wirklich klappt kann ich nicht versprechen. Mein Meister war auch sehr wage als ich ihn nach den Auswirkungen der Zauberformeln auf uns befragte. Aber was sollen wir machen? Jetzt umzukehren macht nach diesen Anstrengungen keinen Sinn.”

Mimi fing an einen unsinnig scheinenden Text zu rezitieren. Dazu drehte er sich langsam im Kreise, verbeugte sich hier und da und klatschte ab und zu in seine Hände. Amakuni kam sich ziehmlich albern vor aber ihn hatten solche Riten auch noch nie sonderlich beeindruckt. Mimi rieb eine ölige Substanz über die Klinge und stimmte dazu einen scheinbar wackeligen Singsang an. Dann brannte er eine Substanz an, die um den liegenden Körper des Drachen verteilt worden war und ein dichter Rauch stieg auf der sich sofort auf Augen und Atem legte. In diesem Nebel sah er Mimi sich immer schneller drehen und immer lauter singen.

Wie von Geisterhand stand plötzlich der Drache wieder auf seinen Beinen nachdem er zwei Tage lang leblos auf dem Boden der Plattform gelegen hatte. Amakuni sah wie er Mimi, der gerade mit dem Singen und Tanzen aufgehört hatte, einen gewaltigen Tritt versetzte der Mimi direkt in die Lavawand am Ende der Plattform beförderte. Es war wie in einem Albtraum. Es herrschte totale Stille und für einen Augenblick hatte Amakuni das Gefühl das eine Schwärze Mimi verschluckte und nicht die Lava. Dann war er verschwunden.

Mit einer Geschwindigkeit die Amakuni bei sich selbst noch nie erlebt hatte wirbelte er herum und hieb dem Drachen noch in der selben Bewegung den Kopf von den Schultern. Während der Kopf noch in weitem Bogen in den Lavastrom fiel stiess Amakuni dem Drachen seine Klinge in die Brust an der Stelle an der bei einem Menschen normalerweise das Herz sitzen sollte. Er bekam einen gewaltigen Schlag der ihn einige Meter durch die Luft wirbelte. Die Klinge in der Brust des Drachen gab einen tiefen Brummton von sich und leuchtete als wenn sie gleich wieder schmelzen würde. Die Zeichen auf der Klinge brannten rot wie von Feuer. Dann fiel der kopflose Körper nach hinten auf den Boden und fing langsam an zu zerfallen. Nach einer Weile steckte nur noch die Klinge in einem Häufchen Asche in dem Boden, die Zeichen auf der Klinge immer noch leuchtend.

Der Schwarze Drache war gebannt aber um welchen Preis.

Zum Glück waren zwischen der Ausrüstung des Drachen genug Nahrungsmittel denn der Schneesturm hatte Amakuni für den Winter in der Höhle gefangen. Da er ohnehin Zeit brauchte um das Erlebte zu verarbeiten war ihm dies ganz recht. Den Winter über versuchte er einige Schriftstücke des Drachen zu entziffern was ihm aber nicht wirklich gelang. Nur mit einem Buch bei dem es anscheinend um Schmiedekunst ging hatte er das Gefühl wenigstens im Ansatz etwas zu verstehen. Für die praktischen Experimente hierzu war genug Rohmaterial in der Höhle vorhanden, so das ihm den ganzen Winter über nicht langweilig wurde.

Der Frühling hatte in den Tälern schon seit längerem Einzug gehalten als eine schweigsame Gestalt aus den Bergen durch die Dörfer im Tal zog. Angetan mit einem fremdartigen Gemisch verschiedenster Kleidungsstücke, einem Schwert und einer Schwertklinge über den Rücken gebunden und einem Schmiedehammer in der Hand zog die Gestalt wortlos ihrem Ziel entgegen.

Was sollte er nur machen mit der Klinge in der er einen Dämonen gefangen hatte?

Ein zweiräderiger Karren mühte sich über eine gewundene Strasse in den Vorbergen des nördlichen Gebirges. Langsam rumpelten die hölzernen Räder über den steinigen Untergrund. Zwei Ochsen vor dem Karren gaben bereits fast alles um das grosse Gewicht langsam in die Höhe zu transportieren. Der aufgetürmte Inhalt des Karren wurde von einer ledernen Persenning zusammen gehalten und vor der allgegenwärtigen Feuchtigkeit geschützt. So spät im Jahr musste man froh sein das nicht schon Schnee das Weiterkommen in den gewundenen Tälern unmöglich machte.

“Wie konnte ich mich nur von Dir überreden lassen bei diesem Unsinn mit zu machen?” Amakuni zog an der Leine mit der er die Ochsen führte. Wenn es weiter so steil bergauf ging würden sie entweder einen Teil der Ausrüstung zurücklassen müssen oder ihnen würden die Ochsen zusammenbrechen. “Bist Du Dir sicher das wir auf dem richtigen Weg sind? Wer ist denn so verrückt zu dieser Jahreszeit hoch in die Berge zu ziehen? Ich meine, von uns einmal abgesehen.” Mimi, der genau wie Amakuni Mitte Zwanzig war und leichten Schrittes neben ihm den Weg erklomm, schaute etwas verwirrt zu Amakuni. Augenscheinlich war er in Gedanken woanders gewesen und durch Amakunis Äusserung wieder in die Gegenwart zurück geholt worden. “Du hast doch mit eigenen Augen gesehen was im letzten Dorf los war durch das wir gekommen sind, oder? Ich glaube nicht das wir noch mehr Beweise für die Anwesenheit des Schwarzen Drachen gebraucht hätten. Selbst wenn die Bewohner die noch nicht gestorben waren ihn nicht so genau beschrieben hätten. Die unheilvolle Krankheit und der Wahnsinn der in dem Dorf geherrscht hat sagte eigentlich bereits Alles. Wir müssen diesem Treiben ein Ende setzen.” “Das habe ich ja gar nicht bestritten.” grummelte Amakuni. “Aber wenn wir ihn nicht bald einholen dann überrascht uns der Winter noch in den Bergen und wir geben schöne Eisstatuen ab.” “Amakuni, du bist göttlich!” lachte Mimi. “Du machst Dir Sorgen über das Erfrieren als ob schon feststehen würde das wir dem Schwarzen Drachen überhaupt gewachsen sind. Vielleicht überleben wir die Begegnung gar nicht. Denk mal nach, alle die sich ihm bisher in den Weg gestellt haben sind entweder tot oder schlimmeres.” “Für die Wunder in unserer Gemeinschaft bist Du zuständig Mimi. Du bist schliesslich der Zauberer von uns beiden. Ich habe allerdings keine Ahnung was ein Schmied bei diesem Unternehmen zu suchen hat. Ausserdem noch mit meiner ganzen Ausrüstung; die ich, wenn die Ochsen vor unserem Karren zusammenbrechen, wahrscheinlich hier oben verlieren werde.” Mimi musste lachen. “Abgesehen davon das Du mein bester Freund bist und Dir bisher noch nie ein Abenteuer entgehen lassen hast, hast Du mit eigenen Ohren gehört das das Orakel gesagt hat das ohne Dich und Deine Ausrüstung kein Erfolg beschieden sein wird.”

Das Tal machte einen Knick und in dem Augenblick als Amakuni und Mimi um die Ecke bogen riss für einen kurzen Moment die Wolkendecke auf und die Freunde konnten in der Ferne die schneebedeckten Hänge des Hotaka-dake sehen. “Ich hoffe wir müssen nicht da hoch. Aber bei unserem Glück werden wir wahrscheinlich sogar den Gipfel erklimmen müssen.” Aber zuerst einmal hatte sich das Tal zu einer Wiesenlandschaft geweitet und der Weg stieg nicht weiter an. Spontan beschlossen sie für diesen Tag hier zu bleiben und den Ochsen ein wenig Ruhe und das saftige Gras im Tal zu gönnen.

Spät in der Nacht wachte Mimi auf. Weil die Kälte durch seinen Schlafsack drang stand er auf um Holz nachzulegen. Er hatte die Scheite in der Hand und wollte sich gerade zu der Glut herunterbeugen zu der ihr Feuer zusammengefallen war als er den Schatten auf der anderen Seite wahrnahm. Augenblicklich erstarrte Mimi. Er wollte Amakuni rufen aber er konnte keinen Ton aus der Kehle bringen. Die Gestalt war eindeutig. Die beiden Hörner, rot-schwarze Haut, Klauenartige Finger und der hin- und her-zuckende Schwanz der in einer herzförmigen Spitze endete. “Na erzähl mal, was macht ihr beiden denn noch so spät im Jahr hier oben in den Bergen?”

“Guten Tag Herr Burke, Sie müssten mich jetzt eigentlich hören können. Wenn ja, versuchen Sie doch bitte etwas zu sagen.”

Es dauerte eine Weile bis sich genug Burke in der Schwärze gesammelt hatte um zu verstehen das dort gerade jemand versuchte mit ihm zu kommunizieren. Dann hörte er ein kratzendes Geräusch wie von einem alten Radio das gerade eingeschaltet wurde. Es dauerte einen Moment bis er den Zusammenhang zwischen dem Geräusch und seinem Versuch etwas zu sagen begriff.

“Danke Herr Burke. Sie werden das mit der Artikulation leider komplett neu lernen müssen, wie viel andere Dinge auch. Aber es freut mich das wir schon soweit sind das wir uns verständigen können wenn auch noch sehr einseitig.

Ich möchte Ihnen kurz Ihren Status mitteilen. Eine Einheit des Bundesgrenzschutzes hat Sie sprichwörtlich in letzter Sekunde aus den Händen der Kanibalensekte befreit. Ein großer Teil der Mitglieder dieser Sekte ist entweder im anschließenden Feuergefecht gefallen oder sitzt jetzt in Haft. Ihren Körper konnten wir leider nicht mehr retten aber Dank der Vorkehrungen die getroffen worden waren um Sie so lange wie möglich an dem Schlachtfest teilhaben zu lassen konnte wir zumindest die Reste Ihres Kopfes retten, insbesondere Ihr Gehirn.

Es war etwas umständlich die Reste von Drogen und Medikamenten aus Ihrem Gehirn zu schwemmen und mehrmals wären Sie fast dabei gestorben aber letztendlich ist es uns doch gelungen Ihr Gehirn zu isolieren und an eine permanente Versorgung anzuschliessen. Dann haben unsere Techniker eine Schnittstelle entwickelt die die Enden Ihrer Nervenbahnen und das Rückenmark in Zukunft mit artifiziellen Sinnes- und Körperorganen verbinden wird. Das wird Ihnen ermöglichen wieder zu hören, sehen, sprechen und derlei mehr.

Im Moment bauen wir gerade an einer autonomen Einheit die in Zukunft die Versorgung Ihres Gehirn, den Schutz desselbigen und die Schnittstellen für die Peripherie enthalten wird. In einem nächsten Schritt werden wir dann mit verschiedenen Körperformen für Sie experimentieren in der wir die Kerneinheit jeweils verankern können.

Wir hoffen das Sie uns bei diesen Experimenten unterstützen.”

Die Identität die einmal Burke geheißen hatte war zerfallen. Einzelne Bruchstücke trieben durch das Nichts. Zeit hatte keine Bedeutung mehr. Eine Sekunde war genauso lang wie eine Stunde, ein Tag, ein Jahrhundert. Nichts bewegte sich, kein Licht war zu sehen, kein Ton zu hören.

Es grizzelte leicht auf der Schwärze. Dann plötzlich ein kreischender Ton der Mark und Bein durchdringend durch die Schwärze schoß und die einzelnen Teile von Burke wieder in Bewegung auf ein gemeinsames Zentrum beschleunigte. Ein tonloser Schrei antwortete dem Kreischen. Verzweifelt versuchte sich Burke an das Geräusch zu klammern, sich daran zu definiert, wieder Gestalt anzunehmen.

Genauso plötzlich wie es begonnen hatte herrschte wieder totale Stille. Dann explodierte die Schwärze wie eine Supernova. Farben, Gerüche, Geschmäcker und Gefühle überfluteten das, was sich gerade wieder zu einem Haufen zusammengerauft hatte und rissen es in ein Schwarzes Loch, zerrissen es, drückten es zusammen und formten es neu bevor sie es erneut auseinanderrissen.

Dann war wieder Nichts.

“So, ich denke den wesentlichen Teil des Rückenmarks und der Nerven haben wir mit der Schnittstelle verbunden. Wir müssen noch die Versorgung auf das autonome Aggregat umstellen aber das können wir auch morgen machen. Feierabend für heute.”
“Du hast die akustische Testeinheit an der Schnittstelle angeklemmt gelassen. Meinst Du das er uns hören kann?”
“Keine Ahnung. Schalt mal das EEG und das ENG an.” “Hallo, hören Sie mich? Siehst Du den Ausschlag auf dem ENG? Die Nervenbahnen scheinen Signale zu leiten. Auf dem EEG kannst Du sehen das sich dazu im Hirn auch tatsächlich etwas tut. Ich gehe davon aus das er uns hören kann. Schalt alles ab und laß uns gehen. Ich habe für heute von der Fummelarbeit genug.”

Nichts.

Nichts.

Burke zerfiel Stück für Stück wieder in kleine Teile die durch die Schwärze davon drifteten. Es gab keine Möglichkeit Zeit oder Raum zu bestimmen. Dazu hätte er Referenzen gebraucht, Vergleichsmöglichkeiten die es nicht gab. Über Zustände wie Angst, Panik oder Depression war er längst hinaus denn auch dafür hätte er irgend etwas gebraucht auf das er sich beziehen konnte. Seine gedanklichen Aktivitäten zerfielen analog zu den davontreibenden Identitätsteilen.

Die Sonne fing gerade an ihre ersten Strahlen in das langgestreckte Tal hoch in den Bergen zu werfen als Yohiro began die kleine Terasse vor seiner Hütte vom Schnee der letzten Nacht zu befreien. Die Minus sechs Grad Temperatur ließen den nahenden Frühling erahnen. Barfuß und nur in seinem Yukata mit einem leichten Haori bekleidet den er wegen der morgendlichen Kälte übergeworfen hatte, schaufelte er die zehn Zentimeter Schnee hinunter in Richtung Tal. Eine gute Gelegenheit die bewußte Regelung der Köperfunktionen zu üben.

Gerade war er angefangen die Reste mit einem Besen von der Terasse zu fegen als er ganz weit unten im Tal ein paar dunkle Punkte sah die sich durch den Schnee bewegten.

Nachdem die Terasse gesäubert war fing er in aller Ruhe mit seinen morgentlichen Tai-Chi Übungen an. Als er nach einer halben Stunde mit seinen Übungen durch war überzeugte ihn ein Blick ins Tal das der angehäufte Schnee die Besucher frühestens um die Mittagszeit bis zu seiner Hütte vorlassen würde. Auf die Idee die schwarzen Punkte als etwas anderes als Besucher für Ihn einzustufen kam Yohiro gar nicht erst. Hier in diesem Tal gab es nur ihn und seine Hütte. Das war der Grund gewesen weshalb er sich hierher zurückgezogen hatte.

Nachdem er sich nun richtig vorbereitet hatte und seinen Körper auf Touren gebracht hatte legte er die Obergewänder ab. Jetzt ging es weiter mit Wing Chun Übungen, zuerst ohne Waffen, dann noch einige Übungen mit dem Langstock, eine Waffe die oft unterschätzt wurde insbesondere wo heutzutage selbst der letzte Idiot mit automatischen Schußwaffen herumfuchtelte. Zum Abschluß holte er seine Daisho. Zuerst machte er eine lange Kata allein mit dem Katana, dann noch eine besondere Übungsfolge in der er beide Schwerter zum Einsatz brachte.

Er brachte seine Waffen zurück in die Hütte und kam mit einem Holzeimer wieder heraus den er in einem grossen Trog füllte auf dessen Wasser Eisschollen schwammen. Er wusch sich das Gesicht und den verschwitzen Oberkörper. Zum Schluss kippte er sich den Rest des eiskalten Wassers über den Kopf und wusch sich seine langen weisgrauen Haare und seinen Bart. Er trocknete sich ab und nahm einen vollen Eimer Wasser mit in die Hütte. Ein Blick auf die Punkte im Tal die sich langsam in menschliche Gestalten verwandelten zeigte ihm das noch Zeit genug war um einen Tee zuzubereiten.

Da er die Besucher nicht in seiner Hütte haben wollte brachte er einen kleinen Tisch, drei Sitzkissen und weitere Utensilien auf die Terasse, zwei der vier Besucher waren Leibwächter. Die Sonne war inzwischen so weit gestiegen das sie die Terasse beschien und getrocknet hatte.

Die Temperaturen waren ein wenig gestiegen im Laufe des Vormittags aber Yohiro stellte in seinem leichten Haori doch einen starken Kontrast zu den Ankömmlingen dar die sich in moderner, beheizter Winterkleidung mit dampfenden Atemwolken vor den Mündern den Berg hochkämpften.

Am Rande der Terasse angekommen sprach die kleinste und ein wenig rundlich aussehende Gestalt Yohiro an der am Tisch in der Sonne saß und den kommenden Frühling begrüßte. “Sensei Muramasa, entschuldigen Sie wenn wir Sie stören aber wir würden Ihnen gern eine Botschaft des Schwarzen Drachen überbringen.” Hatte ihn seine Vergangenheit also doch noch eingeholt.

Yohiro bat den kleinen runden Mann und seinen schlaksigen jungen Begleiter an den Tisch auf der Terasse. Die beiden Leibwächter, deren schwere Panzerung und umfangreiche Bewaffnung Yohiro schon von Weitem aufgefallen waren, würdigte er keines Blickes.

Yohiro wollte mit den ungebetenen Gästen keine vollständige Teezeremonie abhalten. Trotzdem stellte er einen steinernen Topf mit frischem Wasser neben den Tisch, wusch sich kurz die Hände und trocknete diese dann mit einem der bereitgelegten Leinentücher ab. Danach forderte er die Gäste mit einer Kopfbewegung auf es ihm gleich zu tun. Er wollte von vorneherein klarstellen das Alles was hinter ihnen lag, räumlich wie zeitlich, auch hinter ihnen bleiben sollte.

Yohiro nahm nun den Teebambuslöffel, öffnet den Teebehälter und legt den Deckel vor seinem rechten Knie ab. Er entnahm mit Hilfe des Teebambuslöffels pulverisierten Tee, gab ihn in die kunstvoll gearbeitete Teeschale die er zuvor mit sauberem Wasser gereinigt hatte und goß heißes Wasser aus einem Kessel von einem tragbaren Feuer hinzu. Nach dem Aufguss nahm er einen Bambusbesen und schlug den dickflüssigen Tee schaumig. Mit leichter Verbeugung reichte er die Teeschale dem kleinen rundlichen Mann, die dieser mit einer Verbeugung annahm. Mit einer Geste entschuldigt sich dieser bei seinem Begleiter dafür, dass er zuerst die Schale angenommen hatte. Er drehte die Schale dreimal in seiner Hand, wobei er die Schale leicht betastete und bewunderte und nahm daraufhin schlürfend drei kleine Schlucke. Dann strich er den Rand der Schale mit der eigenen Serviette sauber und reicht sie an seinen Begleiter weiter der während dieser Zeremonie doch eine zunehmende Ungeduld erkennen ließ. Für die Dauer des gesamten Rituals herrschte absolutes Schweigen.

Nachdem auch Yohiro die Schale abgesetzt hatte erkundigte sich der rundliche Besucher höflich nach der verwendeten Teesorte und äußerte seine Bewunderung über die erlesene Qualität der Teeschale während sich Yohiro umfangreich dafür entschuldigte seine Besucher nur ungenügend bewirten zu können. Der junge Begleiter mußte zunehmend von dem rundlichen Besucher durch Gesten zur Geduld und Ruhe gemahnt werden während sich zwischen ihm und Yohiro eine nichtssagende Konversation über die verschiedenen Teesorten entspannte.

“Können wir jetzt vielleicht auf den Grund unseres Kommens zurück kommen.” Warf der junge Mann irgendwann in die Diskussion worauf er zwei bedauernde Blicke von Yohiro und dem rundlichen Besucher erntete. Einfach keine Erziehung mehr die Jungen Leute. Mit einem leichten Seufzer beendete der rundliche Besucher die zivilisierte Konversation und wiederholte was er schon bei ihrem Eintreffen gesagt hatte. “Wir haben eine Botschaft vom Schwarzen Drachen an Sie Sensei Muramasa.” Mit dieser Bemerkung griff er in eine Tasche seines Wintermantels und holte ein Stück Leinen hervor in das etwas eingewickelt war. Dies legte er vor Yohiro der es vorsichtig öffnete. Auf dem Leinentuch lag nun eine einfache Tsuba aus schwarzem Metall in die auf beiden Seiten je ein stehender Reiher eingestochen war. “Kogaratsu Maru, die kleine Krähe, ist verschwunden. Der Schwarze Drache bittet um Ihre Hilfe.”

Mit diesen Worten stand der rundliche Besucher auf und verneigte sich zu Yohiro. Dann drehte er sich zum Gehen um wobei er seinen jungen Begleiter fast mit sich schleifen mußte. Als die Gestalten bereits am Absteigen waren konnte Yohiro noch die Worte des Jungen Mannes hören “Hey, ich dachte wir sollen den alten Knacker mitbringen! Was soll das jetzt wieder? Ich werde hier doch keine halbe Arbeit leisten nachdem ich mich den verdammten Berg hochgequält habe!” “Junger Freund, Du mußt noch viel lernen. Niemand und damit meine ich wirklich niemand, nimmt Sensei Muramasa einfach mit! Man bittet ihn zu kommen und ist erfreut und gerührt wenn er dieser Bitte nachkommt.” “Wozu haben wir dann die schweren Leibwächter mitgenommen. Wir hätten den alten Knaben einfach einpacken und gehen sollen anstatt erst stundenlang Tee zu trinken und nichtssagende Nettigkeiten auszutauschen.” “Die Leibwächter sind dazu da uns sicher hier her und wieder zurück zu bekommen. Glaubst Du wirklich die haben auch nur den geringsten Eindruck auf Sensei Muramasa gemacht? Der hat sich so sicher gefühlt das er vor unserer Ankunft sogar den Besen von der Terasse geräumt hat damit wir nicht glauben er wolle ihn als Waffe zur Hand haben. Oder ist Dir das nicht aufgefallen?”

Während die Gestalten langsam wieder zu schwarzen Punkten auf dem Weiß des Schnees wurden zerlegte Yohiro mit geübten Bewegungen sein Katana. Er erstetzte die kunstvoll gearbeitete goldene Tsuba seines Schwertes durch die mit Kranichen verzierte Metall-Tsuba. Als wenn das Schwert dadurch eine Verwandlung erfahren hätte sah es plötzlich wie ein gefährlicher Gebrauchsgegenstand aus anstelle eines kunstvoll gearbeiteten Trainingsgerätes. Die Tsuba vervollständigte das Schwert, der unnötige Zierrat war gewichen.

Mit einem Seufzer ging Yohiro zurück in seine Hütte. Morgen würde er von seinem Berg herabsteigen. Nach all den Jahren der Ruhe.

Du gingst einfach zur Tür hinaus
kein Wort, kein Gruß, kein Blick
und ließt mich in Verzweifelung
alleine hier zurück.

Die Welt sie ist so monochrom
seit Du mich verlassen hast.
Sie hat ihre Farbe vollständig verloren
alle Konturen sind verblaßt.

Aber ich bin ich
das bleib ich auch,
auch ohne Dich
lebe ich noch.

Und trotzdem spür ich es
ein Teil von mir
das weiß ich jetzt
der ging mit Dir.

Faster and faster I accelerate
advancing like a fool
the foot straight on the pedal
velocity is cool.

A curve approach, I shift the gear
the break is burning fire
to take the turn with max of speed
that is what I admire.

To fathom limits
with body and soul
that is the spirit
my eternal desire.

That’s why I’m on earth
it’s what life is for
the pulse
is getting higher.

And here she comes
the final straight line
the engine is burning
the victory mine.

But I can not stop
I’m still driven forth
I am starting to fly
I am feeling the force.

Space wait, I’m coming
with maximum speed
into the darkness
all limits exceed.

And then in a moment
silenced all noise
I see the beginning
and the end has no voice.

The engine is starving
there is no more fuel
in a gravestone a carving
my name, that is cruel.

Speed limits exceeded
all races I’ve won
but life didn’t touch me
it’s already gone.

The full moon shining, out for a hunt,
a dead must be on my account.

I am a werewolf and your destiny
or maybe you are mine.
Either way that fortune will decide
the decision will be fine.

I saw your picture and awakening
a desire never felt before
that all my skills of hunting fail
and I shall die on today’s shore.

How can you be so beautiful
so fascinating and so smart
that all my dark desires
are falling here apart.

Now I can see you in the moon lit night
approaching silent like a shadow
I am ready for the final fight
one of us must end here on this meadow.

In a moment I will rip your unprotected throat
blood over white flesh fills my vision
I grasp a look into your eyes
and over is my mission.

Like a silver bullet your look hits my desire
the shock is raging through my head
setting my mind and soul afire
and I realise the beast in me is dead.

The full moon still shining, naked here I stand
when you leave me now you will also kill the man.

Völlige Desorientierung. Ein nicht enden wollender Schrei in einer undurchdringlichen Leere. Explosionen von Licht, dann wieder totale Dunkelheit. Ein Gefühl von Fallen, ohne zu wissen wo Oben oder Unten ist. Burke hätte sich gern übergeben so schlecht war ihm aber er wußte nicht wie er das anstellen sollte. Die Dunkelheit die ihn umgab war absolut. Irgend etwas hatte ihn aber zurück ins Bewußtsein geworfen, eine Explosion der Sinne.

Er war sich nicht sicher wo er war. Im Moment fühlte er nichts. Er konnte seine Gliedmaßen nicht fühlen, hatte kein Gefühl von Atmen, hörte nichts, sah nichts … er schien von allen Sinneseindrücken abgeschnitten. Taumelnd schient er sich durch eine sirupartige Dunkelheit zu bewegen als wenn er durchs All schwebte, nur ohne Sterne.

Dann kamen Erinnerungen zurück und mit ihnen die Panik. Hatte er noch einen Körper, war er überhaupt noch am Leben oder war er gestorben? Hatten die Religionen doch Recht gehabt und es gab ein Leben nach dem Tod? Würde er jetzt für immer in diesem Zustand bleiben müssen? Er hatte sich in seinem viel zu kurzen Leben nicht damit aufgehalten an irgendetwas zu glauben als an seine eigenen Fähigkeiten. Hatte er unrecht gehabt damit? Aber wo zum Teufel war dann das Fegefeuer oder wo waren Himmel oder Hölle?

Langsam dehnte sich die Zeit. Zuerst schien sie noch ganz normal zu vergehen. Dann wurde sie zu einem Strang der immer dünner wurde. Mal dehnte er sich wieder aus, dann versponn er sich zu feinen Fäden. Irgendwann fing er an zu verzweigen. Teile von Burke folgtem dem einen Strang, der Rest dem anderen. Langsam fing die Einheit Burke zu zerfallen, machte sich in Einzelteilen selbständig. Er versuchte sich darauf zu konzentrieren wer er war und was alles zu ihm gehörte. Verdammt, er hatte sich so etwas wie die Hölle immer als heißes Feuer vorgestellt in dem man bis in alle Ewigkeit vor sich hin verbrannte. Das was ihm jetzt passierte war viel schlimmer.